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Konjunktivitis
(Bindehautentzündung)

Konjunktivitis ist der medizinische Fachausdruck für eine Entzündung der Bindehaut (Tunica conjunctiva) des Auges. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben. Ursachen

Die Ursachen
können vielfältig sein; Zugluft, Wind, Staub, diverse Fremdkörper, Fehlstellung der Wimpern, Allergische Reaktionen, Infektionserreger oder Verletzungen. Eine beidseitige Bindehautentzündung weist meist auf Allgemeinerkrankungen wie Infektionskrankheiten hin.

Eine Sonderform der Bindehaut-Entzündung ist der chronische Bindehaut-Katarrh bei jungen Hunden, die sogenannte Konjunktivitis follicularis. Winzig kleine Lymphknötchen auf der Rückseite der Nickhaut reizen die Bindehaut und lösen dadurch eine Entzündung aus.

Ebenfalls eine Sonderform der Bindehaut-Entzündung beim Hund ist die trockene Hornhaut-Bindehaut-Entzündung (Keratoconjunctivitis sicca). Dabei produzieren die Tränendrüsen nicht mehr ausreichend Tränenflüssigkeit. Außerdem können die rassebedingte Augenform, etwa eine zu große oder zu kleine Lidspalte, oder Haare, die fälschlicherweise am Lidrand wachsen, Ursachen einer Bindehaut-Entzündung beim Hund sein.

Krankheitsanzeichen
Eine Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) kann eines oder beide Augen des Hundes betreffen. Sie äußert sich hauptsächlich durch ein gerötetes Auge, das juckt und tränt. Es kann zu wässrigem, schleimigem oder eitrigem Ausfluss aus dem Auge kommen.

Häufig schmerzt das von der Bindehaut-Entzündung betroffene Auge des Auges. Dies lässt sich daran erkennen, dass der Hund verstärkt blinzelt und um die Augenpartie herum sehr berührungsempfindlich ist. Die entzündete Bindehaut kann zudem anschwellen.

Therapie
Nach Ausschluss einer Horthautverletzung erfolgt die Gabe entsprechnder Augentropfen /Augensalben.

Hornhautverletzungen

 

Hornhautverletzungen sind sehr schmerzhaft, können aber oft ohne spezifische Diagnostik nicht erkannt werden. Deshalb und um schlimmeres zu vermeiden, sind Augenerkrankungen – ganz besonders offensichtliche Hornhautverletzungen – Notfälle und müssen sofort dem Tierarzt vorgestellt werden.

Krankheitsanzeichen

  • durch plötzliches Zukneifen der Augenlider

  • durch Blinzeln

  • durch vermehrtes Tränen

  • Rötung der Bindehäute

  • eitrigen Augenausfluss

  • Reiben am Auge (mit der Pfote oder am Sofa oder Teppich)

  • bis zur Apathie und Fressunlust

Hornhautverletzungen können z.B. entstehen

  • beim Durchstreifen von Gestrüpp

  • bei Raufereien

  • bei Streitereien zwischen Hund und Katze

  • beim Spielen zwischen Welpen und Katzen

  • bei unachtsamen ( Stock- ) Spielen u.a.

Tiefe oder gar perforierende (durchtrennte)Hornhautverletzungen müssen sofort operativ versorgt werden, da sonst Infektionen im Auge entstehen, die unter Umständen zum Verlust des Auges führen können.

Oberflächliche Hornhautverletzungen heilen bei entsprechender lokaler Behandlung innerhalb weniger Tage (spätestens nach einer Woche) ab. Ist dies nicht der Fall, sollte ein Augenspezialist zu Rate gezogen werden. Eine Wundheilungsstörung wird verursacht von nicht optimalen Heilungsbedingungen und bedarf einer speziellen Behandlung.

Diangnose 

Die Diagnose kann durch die sorgfältige Untersuchung des Auges gestellt werden. Mit einer Augenlampe werden die Oberfläche und das innere Auge untersucht. Defekte der Hornhaut können durch einen fluoreszierenden Farbstoff sichtbar gemacht werden. Durch diese so genannte Fluorescein-Probekann der Tierarzt in den meisten Fällen das Ausmaß der Hornhautveränderung sichtbar machen. Dabei wird der verletzte Bereich der Hornhaut grün-gelb gefärbt.

Theraphie 

Die Therapie von Hornhauterkrankungen besteht aus antibiotischen und entzündungshemmenden Augensalben oder -tropfen. Auch Vitamin-Salben kommen zum Einsatz, um die Regenerationsfähigkeit der Hornhaut zu erhöhen. Auch Schmerzmittel werden regelmäßig eingesetzt.

Bei einigen Hornhautdefekten kann eine so genannte Nick- oder eine Bindehautschürze notwenig sein. Dabei wird mit Hilfe verschiedener Techniken die Hornhaut mit dem dritten Augenlid (Nickhaut) oder mit Bindehaut abgedeckt. Die durch diese Abdeckung geschützte Hornhaut kann ungestört ausheilen. Medikamente können trotzdem auf das geschlossene Auge verabreicht werden, da diese durch die Nickhaut dringen können.

Trockenes Auge  - Keratokonjunktivitis Sicca

Von Keratokonjunktivitis sicca oder trockenem Auge spricht man, wenn die Tränenproduktion mangelhaft oder sogar fehlend ist, und dadurch entsprechende klinische Symptome am Auge erkennbar sind.
Die Tränenflüssigkeit wird beim Tier von zwei Drüsen produziert: von der Tränendrüse im seitlichen oberen Bereich der Augenhöhle (nicht sichtbar) und von der Nickhautdrüse an der Basis der Nickhaut (drittes Augenlid).
Die Tränenflüssigkeit hat viele wichtige Funktionen, die zur Aufrechterhaltung der Transparenz der Hornhaut dienen: Reinigung, Ernährung (Sauerstoff, Glucose, Proteine,...), Schutz (antibakterielle Enzyme, Antikörper) und Feuchtigkeit.
Keratokonjunktivitis sicca (trockenes Auge) ist eine ernstzunehmende Erkrankung bei Hunden und tritt bei anderen Tierarten nur selten auf.

Krankheitsanzeichen

Bei mangelhafter Tränenproduktion sind folgende Symptome zu erkennen: Rötung der Bindehaut (Konjunktivitis), schleimig-eitriger Ausfluss, krustige Ablagerungen am Lidrand, die Hornhaut ist matt (glänzt nicht) und erscheint etwas trüb, Blinzeln/Zukneifen des Auges (Schmerzhaftigkeit), manchmal Hornhautulzeration; 
Bei längerem Bestehen der mangelhaften Tränenproduktion kommt es zu entzündlichen Veränderungen der Hornhaut.
Aufgrund des eitrigen Ausflusses wird die Keratokonjunktivitis sicca (trockenes Auge) häufig mit einer primären bakteriellen Infektion verwechselt.

Folgen

Eine mangelhafte Tränenproduktion führt zu Veränderungen der Hornhaut: progressive Trübung der Hornhaut durch einwachsende Blutgefässe, Pigmenteinlagerung, und einwandernde Entzündungszellen. Eine fortschreitende Trübung der Hornhaut kann zum Verlust des Sehvermögens führen.

Ursache

Als häufigste Ursache der Keratokonjunktivitis sicca (trockenes Auge) gilt eine Fehlregulation des Immunsystems, welche für die Entzündung der Tränendrüsen verantwortlich ist. 
Weitere Ursachen sind systemische Erkrankungen (Schilddrüsenunterfunktion, Cushing, Diabetes mellitus, Staupevirusinfektion), fehlende nervale Stimulation der Drüsen, bestimmte Medikamente, Strahlentherapie im Kopfbereich, angeborene Unterentwicklung der Drüsen, operative Entfernung der Nickhautdrüse.

Diagnose

Die Tränenproduktion wird mit dem Schirmer Tränen Test gemessen.

Therapie

Die Behandlung der Keratokonjunktivitis sicca (trockenes Auge) ist – je nach Schweregrad – mit intensiver und und manchmal lebenslanger Medikamentengabe am Auge verbunden. 

Ziele der Therapie sind: 1) Befeuchtung, 2) Reinigung, 3) antimikrobielle Behandlung, 4) Stimulation der Tränensekretion, 5) Reduktion der Entzündungsreaktion und deren Folgen.

In bestimmten Fällen ist eine operative Verlegung des Speicheldrüsenganges (Ductus Parotideus Transposition) in den Bindehautsack notwendig bzw. sinnvoll; 
Ziel dieser Operation ist, das Auge mittels Speichel feucht zu halten, und somit eine Erblindung aufgrund chronischer Hornhautentzündung (bedingt durch chron. Mangel an Tränenflüssigkeit) verhindern zu können. 

Die Entscheidung, ob eine medikamentöse oder chirurgische Behandlung erforderlich ist, hängt einerseits vom Patienten (Therapieerfolg mit medikamentöser Behandlung ?) ab und andererseits vom Tierbesitzer (ist eine häufige Medikamentengabe möglich ?).

Prognose

Eine frühzeitige Diagnose und entsprechende Therapie helfen, die Transparenz der Hornhaut und somit das Sehvermögen zu erhalten. Bei bereits länger vorbestehenden Veränderungen der Hornhaut (Pigmentierung) kann eine Transparenz in der Regel nicht mehr erreicht werden. Daher sind frühzeitige Diagnose und Therapiebeginn unbedingt erforderlich.

Die Distichiasis/ Ektopische Zilien

Bei der Distichiasis handelt es sich um zusätzliche! wimpernartige Haare (Distichien), welche aus den Talgdrüsen des Lidrandes heraus in Richtung des Auges wachsen. Bei Hunden und Katzen sind die Lidränder normalerweise unbehaart, glatt und in den meisten Fällen pigmentiert. Die normalen Wimpern des Oberlides beginnen im Bereich der Fellhaare etwa 1-2mm vom Lidrand entfernt. In den Lidrand münden zahlreiche kleine Ausführungsgänge verschiedener Talgdrüsen, welche den Lidrand und den Lidschlag geschmeidig halten und so ein Überlaufen der Tränenflüssigkeit verhindern.

Die fehlgestellten, oft harten Distichien wachsen zumeist aus diesen Drüsenöffnungen. Die Distichiasis kann sowohl am Ober- als auch am Unterlid auftreten und kann beide oder nur ein Auge befallen. 
Eine Variation der Distichiasis stellt das Krankheitsbild der „ektopischen Zilien“ dar. Ektopische Zilien sind ebenfalls kleine, zumeist borstige Haare oder auch ganze Haarbüschel die in der Bindehaut versprengt (falsch angelegt) sind. Wenn sie an die Oberfläche treten und in Richtung Auge wachsen führen sie dort zu starken Irritationen und Defekten der Hornhaut. Die ektopischen Zilien wachsen bevorzugt in der Bindehaut des Oberlides, seltener im Unterlid und treten häufiger bei Hunden als bei Katzen auf.

Ursachen

Zusätzliche Härchen am Lidrand können generell bei allen Hunden, seltener bei Katzen auftreten. Die Härchen müssen nicht angeboren sein, sondern können im Laufe des Lebens, zumeist im jugendlichen Alter, entstehen. Es besteht bei einigen Rassen eine Häufung im Auftreten der Distichiasis, so dass eine Erblichkeit vermutet wird. Bei einigen Rassen sind aus diesem Grund Zuchtbeschränkungen eingeführt.

Krankheitsanzeichen

Die Symptomatik kann je nach Schweregrad und Befall sehr unterschiedlich sein. In den meisten Fällen zeigen die Hunde einen vermehrten Tränenfluß, häufiges Blinzeln oder Zukneifen der Augen sowie eine vermehrte Rötung der Bindehäute.
Die fehlgestellten Haare können auf der Hornhaut reiben und somit für das Tier einen ständigen Reiz verursachen. Je nach Größe, Dicke und Wachstumsrichtung ist die Symptomatik unterschiedlich ausgeprägt. In hochgradigen Fällen wird das betroffene Auge ständig zugekniffen, da das Reiben der Distichien zu Irritationen der Hornhaut führen kann. Die Entstehung schmerzhafter Hornhautgeschwüre ist eine schwerwiegende Komplikation, die dementsprechend mit therapiert werden muss.

Diagnose

Die Diagnose Distichiasis kann durch genaue Untersuchung der Lidränder und der Konjunktiven am wachen Tier erfolgen. Hierzu werden die Augen mit Tropfen örtlich betäubt. 
In vielen Fällen sind größere Haare bereits mit bloßem Auge sichtbar. Kleinere Haare oder Haarbüschel an den Lidrändern und der Innenseite der Lider können mit einer speziellen, vergrößernden Lichtquelle (Spaltlampe) entdeckt werden.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Symptomatik. Zeigt das Tier keinerlei Symptome wie Tränen, Juckreiz oder Zukneifen des betroffenen Auges, so können die fehlgestellten Distichien belassen werden. Die Distichien unterliegen ebenfalls dem normalen Alterungsprozess eines Haares, so dass sie in regelmäßigen Abständen ausfallen (alle 4-8 Wo) können und dann wieder neu gebildet werden. Bei ständigen Reizerscheinungen müssen sie entfernt werden. Hierzu stehen verschiedene Operationstechniken zu Verfügung. Für alle Methoden ist eine Vollnarkose nötig.

Welche Technik angewandt wird, ist von der Anzahl, der Dicke und der Lage der Haare abhängig. In den meisten Fällen ist die Epilation des Haares mit Verödung der Haarwurzel die schonendste Methode und somit Mittel der Wahl. Dies erfolgt unter einem Operationsmikroskop. 
Andere Techniken wie Lasern, Vereisen oder die Exzision einer kompletten Distichiasreihe (Lidsplitting) können postoperativ zu stärkerer Schwellung der Lider, Narbenbildung und/oder Pigmentstörungen im Bereich der Lidränder führen und werden daher nur in extrem stark ausgeprägten Fällen angewendet. Im Falle von ektopischen Zilien werden die Haarwurzeln und Haarbälge komplett herausgeschnitten, in diesen Fällen ist die Rezidivgefahr (Nachwachsen der Haare) sehr gering.

Generell kann gesagt werden, dass speziell bei dem Krankheitsbild der Distichiasis eine Rezidivgefahr (d.h. ein Nachwachsen der Härchen) besteht. Hunde, welche die Neigung zur Ausbildung von Distichien haben, können auch nach erfolgreicher Operation an anderen Stellen Härchen ausbilden. In einigen Fällen, bei welchen die Haarwurzel nicht vollständig zerstört wurden, können die epilierten Härchen nachwachsen. Aus diesem Grund sind in hochgradigen Fällen mitunter 2-3 "Sitzungen" zum vollständigen Epilieren notwendig. Selbstverständlich sollten operative Maßnahmen nur bei der entsprechenden Symptomatik, d.h. wenn das Tier Beschwerden hat, eingeleitet werden.

Der graue Star - Katarakt

 

Der Begriff "grauer Star" (medizinischer Fachausdruck: die Katarakt) bezeichnet eine Trübung der Linse im Auge. Die Linse gehört neben der Hornhaut und dem Glaskörper zu den "durchsichtigen" Strukturen des Auges, durch die das einfallende Licht in das Auge dringt. Die Aufgabe der Linse ist es, die einfallenden Lichtstrahlen zu brechen, so daß ein scharfes Bild auf der Netzhaut entsteht. Die Linse hat somit eine wichtige Funktion bei dem Sehvorgang der Tiere.

Ursachen

Es gibt viele unterschiedliche Gründe für eine Trübung der Linse. Der normale Alterungsprozeß der Linse führt, wie bei uns Menschen auch, zu einer Verdichtung und Verhärtung der Linse und damit auch zu einer sichtbaren Farbveränderung (Nukleussklerose). Diese normalen Alterserscheinungen führen in der Regel zu keiner Sehbeeinträchtigung. Sie können durch eine komplette Augenuntersuchung, bei der die Pupille mit Augentropfen erweitert wird, deutlich von einer krankhaften und unter Umständen auch altersbedingten Eintrübung der Linse unterschieden werden.

Bei nahezu allen Tieren, Rassen und dementsprechend auch bei Mischlingen gibt es angeborene und vererbte Formen des grauen Stars. Weiterhin kann der graue Star durch Verletzungen oder Entzündungen des Auges zustande kommen. Auch Allgemeinerkrankungen wie z.B. die "Zuckerkrankheit" (Diabetes mellitus) können zu einer Eintrübung der Linse führen.

Erkrankungen und Entzündungen des inneren Auges haben in vielen Fällen eine Trübung der Linse zur Folge. Es sind nicht immer beide Augen vom grauen Star betroffen.
Weiterhin muss der graue Star nicht an beiden Augen gleich stark ausgeprägt sein, das heißt ein Auge kann stärker erkrankt sein als das Andere.

Symptome 

Das wichtigste Symptom ist der zunehmende Sehverlust des Tieres. Meist wird dieser Sehverlust erst deutlich, wenn beide Augen gleichermaßen betroffen sind. Unsere von uns betreuten Tiere können sich aufgrund ihrer anderen gut entwickelten Sinne oftmals sehr gut auch mit einem deutlich eingeschränkten Sehvermögen orientieren und zu Recht finden. Die Zeitspanne zwischen Beginn und kompletter Trübung der Linse kann hierbei relativ kurz (1-2 Wochen) bis lang (einige Monate bis Jahre) sein, und es ist nicht immer voraussehbar, ob und wie schnell der graue Star fortschreitet.

Die Linse im Auge verfärbt sich anfangs bläulich-weiß und wird im Endstadium schließlich schneeweiß. Abhängig von der Funktion der Pupille und den Lichtverhältnissen kann die weißliche Trübung der Linse größer oder kleiner erscheinen. Der graue Star ist an sich nicht schmerzhaft. In vielen Fällen und nicht nur fortgeschrittenen Stadium wird die Linsenkapsel brüchig und porös; hierdurch kann Linseneiweiß in das innere Auge austreten. Dieses Linseneiweiß wird vom Auge als “fremd“ erkannt und führt zu starken sehr schmerzhaften Entzündungen der Regenbogenhaut (Uveitis). Eine weitere, schwerwiegende Folge des grauen Stars kann die Loslösung der Linse im Auge (Linsenluxation) sein.

Eine Linsenluxation führt ihrerseits wiederum zu einer Augeninnendruckerhöhung, d.h. zu einem grünen Star (Glaukom). Sowohl die Uveitis als auch das Glaukom sind sehr schmerzhaft und müssen in jedem Fall behandelt medikamentös oder chirurgisch behandelt werden, um dem totalen Verlust des Auges vorzubeugen.

Therapie

Es gibt keinerlei Medikamente, weder Augensalben oder -tropfen noch Tabletten oder Injektionen, mit denen der graue Star beseitigt, aufgehalten und verhindert werden könnte. Die einzig mögliche Therapie des grauen Stars ist die operative Entfernung der getrübten Linse. Bevor die Entscheidung für eine solche Operation getroffen wird, müssen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Zusätzlich zu der Standarduntersuchung des Auges mittels der Ophthalmoskopie, der Spaltlampenuntersuchung und der Tonometrie darf eine Ultraschalluntersuchung des betroffenen Auges nicht fehlen. Hierdurch erhält der Tierarzt Aufschluss über den Zustand der Strukturen hinter der Linse, welche aufgrund der Trübung nicht mehr deutlich beurteilt werden können.

Die Untersuchung der Nervenzellen muss vor einer Operation durch die Anfertigung eines Elektroretinogramm (ERG) der Netzhaut überprüft werden. Das ERG gibt dem Untersucher Aufschluss über den Funktionszustand der Nervenzellen im Auge und ist mit einem EKG am Herzen vergleichbar. Komplettiert wird diese präoperative Diagnostik durch die Anfertigung einer Gonioskopie (Untersuchung des Kammerwinkels). Ist der Patient narkosefähig und ergeben die gesamten Untersuchungsergebnisse den Schluss, dass eine Operation des grauen Stars zu einer Wiederherstellung des Sehvermögens oder zu einer Sehverbesserung führen wird, so besteht die Möglichkeit einer Operation. In dem Falle, dass aufgrund der Voruntersuchungen keinerlei Verbesserung der Sehfähigkeit zu erwarten ist, sollte von einer Operation abgesehen werden.

Das ERG ist eine Untersuchung, die bei sehr ruhigen und gelassenen Hunden in wachem Zustand durchgeführt werden kann. Um aussagekräftige Ergebnisse und standardisierte Messwerte zu erzielen, sollte es jedoch in Narkose durchgeführt werden, denn alle äußeren Reize, die das Tier während der Untersuchung aufnimmt (Gehör, Geruch,...) können zu verfälschten Ergebnissen führen. Sinnvollerweise wird es so gehandhabt, diese Untersuchung direkt vor der geplanten Operation durchzuführen, um dem Tier eine weitere Narkose zu ersparen. Eine weitere wesentliche Voraussetzung für eine solche Operation ist ein gesunder Allgemeinzustand des Tieres, da eine Narkose immer auch einen ernstzunehmenden Eingriff in den Organismus darstellt. Gegebenenfalls sollte bei dem Tier einige Zeit vor der Operation eine Herz-Kreislauf- und eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. 
Die Operation wird ambulant vorgenommen, d.h. das Tier kann am selben Tag wieder mit nach Hause. Der Besitzer bleibt bei dem Tier während es einschläft und ist auch in der Aufwachphase direkt nach der Operation wieder bei ihm. In den sich anschließenden 2-3 Wochen schließt sich eine intensive Betreuung durch den Besitzer an, so dass ein solcher Operationstermin auch unter diesen Gesichtspunkten sorgfältig geplant sein sollte.

Die Operation wird unter einem Operationsmikroskop mit starker Vergrößerung durchgeführt. Hierfür wird am äußeren Augenwinkel ein kleiner, ca. 1 cm langer Hautschnitt angelegt. Anschließend wird die Hornhaut eröffnet, der Linseninhalt per Ultraschall zertrümmert (Phakoemulsifikation) und aus seiner Kapsel gesaugt. Der Kapselsack wird dann vom restlichen Linsenmaterial gesäubert und poliert. Nun erst entscheidet sich endgültig, ob sich das Auge für die Implantation einer speziellen Kunstlinse eignet und hierdurch keine zusätzlichen langfristigen Komplikationen zu erwarten sind. Nach der Operation sind die Tiere ohne eine Kunstlinse weitsichtiger als mit einer Kunstlinse, kommen jedoch in der Regel sehr gut damit zurecht. Nach der Spülung der Vorderkammer, Gabe von verschiedenen Medikamenten in das Auges werden Hornhaut und Haut mit feinem Nahtmaterial verschlossen.

Im Normalfall schließt sich die erste Kontrolluntersuchung nach 2-3 Tagen an. Weitere Untersuchungen werden dann abhängig vom Befund und dem Heilungsverlauf individuell vereinbart. Die Hautfäden können nach ca. 3 Wochen gezogen werden, die Hornhautfäden lösen sich auf. Für den Erfolg einer solchen Operation spielt nicht nur der eigentliche Operationsverlauf, währenddessen, wie bei jeder anderen Operation auch, unvorhersehbare Komplikationen (z.B. Blutungen im Auge) auftreten können, eine Rolle. Ebenso wichtig ist der Funktionszustand des Auges vor der Operation. Bei bereits vorgeschädigten Augen (z.B. durch Entzündungen im inneren Auge) kann auch eine Operation des grauen Stars "nur" zu einer Verbesserung und nicht zur 100%igen Wiederherstellung der Sehkraft führen.

Ein ganz wichtiger Aspekt ist in den ersten 2-3 Wochen nach der Operation die Nachsorge zu Hause durch den Besitzer. Das frisch operierte Auge darf u.a. keinerlei Stößen ausgesetzt werden (es ist unabdingbar, zum geplanten Operationstermin zu zweit zu kommen, um während der Heimfahrt auf den Patienten zu achten), und es sollten in den ersten Tagen tagsüber regelmäßig in stündlichem Abstand Augentropfen verabreicht werden. Stress, Aufregung, unkontrolliertes Bellen oder freies Herumtoben ist in den ersten 14 Tagen tabu für den Patienten. Aus diesem Grund erfolgen auch vor und nach der Operation ausführliche, aufklärende Gespräche mit dem Besitzer.

Im Falle dass der graue Star nicht operiert werden kann, ist es unabdinglich das betroffene Auge lebenslang mit entzündungshemmenden Augentropfen zu behandeln, um der gefürchteten Komplikation der phakolytischen Uveitis mit sich anschließendem Glaukom (mit eine der schmerzhaftesten Erkrankungen am Auge) vorzubeugen. Diese Form der Uveitis (Entzündung der Aderhaut) kommt durch austretendes Linseneiweiß der getrübten Linse zustande. Dieses Linseneiweiß wird als körperfremd angesehen und führt dann zu massiven Abwehrreaktionen des lokalen Immunsystems mit den beschriebenen Entzündungssymptomen und den weiteren Folgen.
Aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen, dass sobald die Diagnose grauer Star“ gestellt wird, das betroffene Auge entweder operiert oder dauerhaft behandelt und kontrolliert wird (3-4x pro Jahr).
In keinem Falle sollte ein am grauen Star erkranktes Auge „sich selbst überlassen bleiben“.

Die Progressive Retinaatrophie – PRA

 

Die progressive Retinaatrophie oder auch kurz PRA genannt ist ein langsam fortschreitendes (progressiv) Absterben/Zugrundegehen (Atrophie) der Netzhaut (Retina). Die Netzhaut kleidet als innerste dünne Schicht die hinteren Augenabschnitte aus und besteht aus unzähligen Nervenzellen. In der Netzhaut werden die Lichtreize von der Umwelt aufgenommen und zu elektrischen Impulsen verarbeitet, welche dann über den Sehnerv zum Gehirn weitergeleitet und dort zu “Bildern” verarbeitet werden.

Die Netzhaut spielt somit eine wesentliche Rolle bei dem Sehvorgang. Die Netzhaut ist in gewisser Weise mit einem Film einer Fotokamera vergleichbar. Der Name „PRA“ ist der Überbegriff ähnlicher genetisch bedingter Erkrankungen der Netzhaut, welche ab einem bestimmten Alter auftreten, um dann allmählich zur vollständigen Erblindung zu führen. Da die Erkrankung erblich ist, trägt das betroffene Tier die Anlagen zur Erblindung bereits zum Zeitpunkt der Geburt in sich, erkrankt jedoch in der Regel erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Vererbung 

Der Erbgang der PRA ist bis auf eine Ausnahme (Siberian Husky: gonosomal dominant, gebunden an das X-Chromosom) bisher bei allen Rassen autosomal rezessiv, d.h. es können sowohl weibliche als auch männliche Tiere gleichermassen erkranken. Für jedes Merkmal gibt es zwei Gene im Körper, die für die Ausprägung des Merkmals verantwortlich sind. Für den Ausbruch der PRA ist es notwendig, dass bei dem betroffenen Tiere beide “PRA-Gene” verändert sind; ist nur ein Gen verändert, so kommt die Erkrankung bei diesem Tier nicht zum Ausbruch.

Das Tier ist jedoch ein Träger und gibt, auch wenn es selbst nicht erkrankt, die Veranlagung zur PRA weiter. Dementsprechend können zwei gesunde Elterntiere, die PRA-Träger sind, kranke Nachkommen zur Welt bringen. Erkrankte Tiere vererben die Erkrankung immer weiter. Aufgrund des rezessiven Erbgangs und des späten Auftretens der PRA im Leben der betroffenen Tier kann die Erkrankung auch nach einigen Generationen wieder auftreten.

Es können auch Mischlingshunde an PRA erkranken, wenn sie von Rassehunden abstammen, die an PRA erkrankt sind oder diese Veranlagung weiter vererben.

Symptome

Es gibt bei verschiedenen Rassen verschiedene Formen der PRA, die z.B. nach dem Zeitpunkt des Krankheitsbeginns, eingeteilt werden können. In den meisten Fällen treten die ersten merkbaren Veränderungen im Alter zwischen drei und fünf Jahren auf und führen dann im Alter von sechs bis neun Jahren zur vollständigen Erblindung.

Es gibt teilweise rassespezifische Formen der PRA, die zu einem früheren Lebenszeitpunkt einsetzen und dementsprechend früher zur Erblindung führen können. Es gibt Zellen in der Netzhaut die für die Nachtsicht und welche, die für das Sehen bei Tag verantwortlich sind. Bei der PRA beginnen zuerst die „Nachtsichtzellen“ abzusterben bzw. zu degenerieren. Für den Besitzer ist daher im Anfangsstadium auffällig, dass sich die Tiere im Dämmerlicht oder im Dunkeln unsicher bewegen, ängstlich sind und unbekannte Objekte oder Personen verbellen.

Teilweise stoßen die Tiere auch gegen unbekannte Dinge an oder weichen dem Besitzer nicht mehr von der Seite. Ein weiteres Zeichen ist der unvollständige Schluss der Pupillen bei einfallendem Licht und ein stärkeres “Leuchten” der Augen in der Dunkelheit als gewöhnlich, was ein Zeichen für eine dünner werdende Netzhaut ist. Dadurch kommt die unter der Netzhaut gelegene Schicht, das leuchtende Tapetum lucidum, verstärkt zum Vorschein. Diese Anfangssymptome verschlechtern sich dann in den darauf folgenden Monaten und führen zu einer spürbaren Sehverschlechterung auch im hellen Licht. Zwischen den ersten merkbaren Symptomen und der vollständigen Erblindung vergehen in den meisten Fällen einige Jahre. Eine häufige, mit der PRA kombinierte Erkrankung stellt der graue Star dar. Der graue Star (Katarakt) ist eine Eintrübung der Linse, die ihrerseits auch zu Seheinschränkungen oder zur Erblindung führen kann. Bei Hunden die an der PRA und dem grauen Star leiden, ist eine operative Entfernung der Linse (Kataraktoperation) in nahezu allen Fällen nicht indiziert bzw. sinnlos, da eine Verbesserung des Sehvermögens, wenn überhaupt, nur für eine sehr beschränkte kurze Zeit erlangt werden kann.

Wichtig ist jedoch zu wissen, dass als Folge des grauen Stars nach einigen Jahren der grüne Star (Erhöhung des Augeninnendrucks) auftreten kann. Der grüne Star gehört mit zu den schmerzhaftesten Erkrankungen des Auges und kann zum Verlust des gesamten Augapfels führen und muss daher unbedingt behandelt werden. Aus diesem Grunde sollten Tiere, die an der PRA leiden, ca. einmal jährlich zu einer Kontrolluntersuchung der Augen vorgestellt werden, damit weitere Folgeschäden frühzeitig erkannt und dann z.B. mit einer Tropfentherapie behandelt werden können.

Diagnose 

Ein auf Augenerkrankungen spezialisierter Tierarzt kann in den meisten Fällen die Diagnose PRA anhand des typischen Vorberichtes und den spezifischen Veränderungen an der Netzhaut feststellen. In Einzelfällen, in denen z.B. der graue Star die Sicht auf die Netzhaut verhindert, kann die Diagnose auch mit Hilfe eines Elektroretinogrammes (ERG) gestellt werden. Das ERG ist eine Untersuchung der Netzhautfunktionen die mit einem EKG (Elektrokardiogramm) des Herzens verglichen werden kann. Die Durchführung eines ERG ist nicht schmerzhaft, erfordert jedoch absolute Ruhe des Tieres, so dass in den meisten Fällen eine Kurznarkose oder Sedation des Tieres sinnvoll ist, damit auch aussagekräftige Ergebnisse erzielt werden können.

In einigen wenigen Universitäten in Europa wird die Untersuchung der Netzhaut mit Hilfe des ERG auch zur Frühdiagnostik der PRA, d.h. bevor erste Veränderungen am Auge sichtbar sind, eingesetzt. Diese Form des ERG ist zeitlich und finanziell sehr aufwendig und hat sich daher zur routinemäßigen Untersuchung nicht durchgesetzt. Eine weitere Möglichkeit zur Diagnosestellung PRA ist die DNA-Analyse mittels einer Blutuntersuchung der betroffenen Tiere. Bisher stehen für eine Anzahl von verschiedenen Rassen kommerzielle Gentests (www.Optigen.com, www.laboklin.de) weltweit zur Verfügung.

Die PRA wird bei verschiedenen Rassen durch verschiedene Gene übertragen, so dass ein Gentest in der Regel immer nur für eine Rasse aussagekräftig ist. Ist das Gen für die Rasse bekannt, dann kann anhand einer Blutuntersuchung bereits beim Welpen festgestellt werden, ob es sich um ein freies Tier, ein Trägertier oder ein Tier, das im späteren Leben erblinden wird, handelt. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass ein Gentest niemals die regelmäßigen zuchtrelevanten Augenuntersuchungen, die für verschiedene Rassen angeraten und/oder vorgeschrieben sind, ersetzen kann. Aufgrund von spontanen Mutationen können immer wieder neue Formen der PRA bei den einzelnen Rassen auftreten, die auf unterschiedlichen Genen lokalisiert sind.

Therapie

Leider muss auf diese für den Besitzer wichtigste Frage mit einem eindeutigen “Nein” geantwortet werden. Bis heute gibt es keinerlei Medikamente oder operative Maßnahmen, um die PRA zu heilen, aufzuhalten oder gar nicht erst zum Ausbruch kommen zu lassen.

Aus diesem Grund ist es ungemein wichtig, die PRA durch züchterische Maßnahmen (regelmäßige Kontrolluntersuchung von Zuchttieren und Ausschluss befallener Tiere und deren Eltern und Geschwister von der Zucht) zu bekämpfen. Bei vielen Hunderassen sind diese Vorsorgeuntersuchungen bereits Pflicht, um die Zuchtzulassung zu erlangen und werden von spezialisierten Tierärzten durchgeführt.

Wie sieht ein Hundeleben mit PRA aus?

Die betroffenen Tiere sind wegen des langsamen Fortschreitens der Erkrankung und wegen ihres ausgeprägten Geruchs- und Gehörsinnes in nahezu allen Fällen sehr gut in der Lage sich an die veränderte Situation anzupassen. Häufig kommen die Tiere so gut mit der Erkrankung zurecht, dass dem Besitzer eine Sehverschlechterung erst in ungewohnter Umgebung (z.B. Urlaub oder Umzug) auffällt.

Die PRA an sich ist nicht schmerzhaft und stellt daher keinen Grund zur Euthanasie dar. Die möglichen Folgeerscheinungen grauer und grüner Star sollten hingegen aufgrund der möglichen starken Schmerzhaftigkeit ernst genommen und behandelt werden. In keinem Fall sollte mit betroffenen Tieren oder deren direkten Verwandten gezüchtet werden.

Entropium / Roll-lid

Ein Entropium ist eine Krankheit, die umgangssprachlich auch Roll-Lid genannt wird. Dabei rollt sich das Augenlid des betroffenen Tieres nach innen ein, wodurch die Wimpern ständig auf dem Auge liegen. Dies reizt die Hornhaut und die Bindehaut. Außerdem hat das Auge durch das Entropium kein schützendes Lid mehr, welches normalerweise für die Verteilung des Tränenfilms zuständig ist. Dadurch kommt es zu tränenden Augen sowie Pigmenteinlagerungen. Diese beiden Effekte bereiten dem Tier starke Schmerzen und es kann zu Beeinträchtigungen des Sehvermögens führen. Die Krankheit kann viele Haustiere befallen, am häufigsten ist sie aber beim Hund. Dies hängt auch damit zusammen, dass einige Züchtungen durch ihre Kopfform oder andere Merkmale, beispielweise zu viele Hautschichten beim Shar-Pei, ein derartiges Roll-Lid begünstigen.

Ursachen

Die Erkrankung an einem Roll-Lid kann mehrere Gründe haben. Es gibt einerseits eine genetisch vererbliche Form, die meist bei den oben genannten Rassen auftritt. Manche Züchtungen mit verkürzten Nasen, wie der Mops, leiden dabei unter einem Entropium nasale. Das bedeutet, dass sich das komplette Innenlid einrollt. Andere Rassen wie der Neufundländer hingegen sind häufig von einem Ektropium betroffen, bei dem sich eine sehr lange Lidspalte teils einrollt und teils nach außen rollt. Bei diesen genetischen Formen muss die Krankheit nicht unbedingt sofort nach der Geburt auftauchen, sondern kann sich erst nach einigen Monaten entwickeln. Außerdem ist es möglich, dass Hunde das Entropium aufgrund von anderen Krankheiten am Auge bekommen. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel Vorverletzungen. Zudem findet sich die Krankheit oft bei alten Hunden und solchen, die viel Gewicht verloren haben. Fast allen Entropiumformen ist dabei gleich, dass das Sehen des Hundes stark beeinträchtigt wird. Neben Entzündungen und Hornhautgeschwüren kommt es im schlimmsten Fall sogar zum Verlust des Sehvermögens.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach Notwendigkeit dieser Behandlung nach dem Alter des Tieres. Welpen und Jungtiere, die noch nicht ausgewachsen sind, haben gute Chancen, dass sich das Entropium auswächst und verschwindet.
Sollte Ihr Hund aber unter starken Schmerzen leiden und es ist mit Bleibeschäden zu rechnen, lässt sich eine Operation nicht vermeiden.
Die Prognose ist für den Hund für gewöhnlich sehr gut. 

Ektropium 

Ein Ektropium kann sowohl bei Menschen, als auch bei Hunden auftreten und ist eine Krankheit, die größtenteils vererbt wird. Sie können sie schon auf den ersten Blick erkennen. Denn die Erkrankung lässt sich dadurch feststellen, dass die Augenlider besonders stark nach unten hängen. Daher wird dieses Krankheitsbild auch als Lidfehlstellung oder Hängelid bezeichnet. Je nach Ursache können nur ein oder beide Augen von einem Ektropium betroffen sein. Die Lidfehlstellung tritt besonders bei Bernhardinern oder Neufundländern auf und ist bei Züchtern sogar zu einem Merkmal geworden, das besonders gerne für die Zucht verwendet wird. Sie sollten also davon absehen, sich einen Hund mit Hängelidern anzuschaffen. Tatsächlich sind diese keinesfalls ein Schönheitsmerkmal, sondern eine ernstzunehmende Krankheit. Denn die betroffenen Vierbeiner leiden sehr unter dieser Krankheit. Dadurch, dass das Lid herunterhängt, wird die Bindehaut freigelegt und die Hunde sind dementsprechend viel anfälliger für Binde- und Hornhautentzündungen. Dies äußert sich in ihren roten gereizten Augen sowie einem schleimigen Ausfluss.

Symptome 

  • unterer Lidrand des betroffenen Auges liegt nicht glatt am Auge an

  • Bindehaut liegt frei

  • gerötetes Auge

  • schleimiger Augenausfluss

Ursachen

Meist treten die Hängelider bei bestimmten Hunderassen besonders häufig auf. Das Hängelid ist in diesem Fall angeboren und wird vererbt. Bei dieser Ursache sind beide Augenlider betroffen. Ein Ektropium kann aber auch nach einer Augenverletzung entstehen und ist somit nur an dem betroffenen Auge vorzufinden. Eine weitere Ursache ist die Lähmung des Gesichtsnervs. Dabei erschlaffen die Gesichtsmuskeln, zu denen auch die Muskeln gehören, die für den Lidschluss verantwortlich sind.

Therapie

Das hängende Lid kann nur mit einer Operation entfernt werden, wobei der Tierarzt Lidrandgewebe entfernt, um das Lid wieder an das Auge anzupassen. Jedoch wird diese Operation erst bei älteren Hunden durchgeführt, damit sichergestellt ist, dass die Augenlider schon vollständig entwickelt sind. Sollten Sie den Tierarzt zu spät aufgesucht haben, kann es bereits sein, dass Ihr Hund bleibende Sehschäden behält. Wenn die Operation jedoch frühzeitig erfolgt, werden bei dem Tier keine Schäden zurückbleiben.

Darüber hinaus ist das Ektropium von einem Entropium zu unterscheiden. Denn bei einem Entropium ist das Lid, im Gegensatz zu einem Ektropium, eingerollt anstatt hängend. Diese Krankheitsbilder müssen unterschieden werden, da sie auch unterschiedlich zu behandeln sind.

Cherry Eye

Als sogenanntes „Cherry Eye“ wird ein Nickhautdrüsenvorfall bei Hunden bezeichnet. Es bildet sich ein rotes Gebilde am inneren Auge des Tieres. Die Nickhaut ist das dritte Augenlid, welches beim Menschen nur rudimentär vorhanden ist. Bei Hunden aber nimmt es die Funktion wahr, das Auge zu schützen. Außerdem befindet sich eine Tränendrüse in der Nickhaut, die das Auge befeuchtet. Das dritte Augenlid befindet sich im inneren Augenwinkel. Sie sehen es oft, wenn Ihr Hund nach dem Schlafen die Augen öffnet.

Symptome 

Als Hundehalter erkennen Sie im Fall eines Nickhautdrüsenvorfalls ein rötliches Gebilde im inneren Hundeauge. Dieses kann weit in das Auge hineinreichen. Im Zuge der Entzündung schwillt die Drüse der Nickhaut weiter und gleicht in der Form einer Kirsche, wodurch diese Erkrankung ihren Namen erhalten hat. Die anderen Augenlider und die Bindehaut sind ebenfalls gerötet. Während des Nickhautdrüsenvorfalls sieht der Hund nur eingeschränkt und produziert anfangs viel, im späteren Verlauf aber zu wenig Tränenflüssigkeit. Dies kann bei Nichtbehandlung auch chronisch werden.

Ursachen

Die Nickhautdrüse befindet sich an der Innenseite des dritten Augenlids. Wenn diese sich aber vergrößert, ist das Bindegewebe nicht mehr in der Lage, sie in ihrer Normalposition zu halten und die Drüse wölbt sich über den Rand der Nickhaut. Die genauen Ursachen für einen Nickhautdrüsenvorfall sind noch nicht geklärt, möglich ist eine Vererbung. Besonders häufig sind junge Tiere unter zwei Jahren von kurznasigen Rassen. Oft tritt das Cherry eye auch in folge einer Bindehautentzündung auf oder einer massiven Reizung zb Sand im Auge. 
Bei älteren Tieren kann ein trockenes Auge oder ein Tumor das Cherry Eye auslösen.

Therapie und Prognose

Die einfache Entfernung der erkrankten Drüse wird von Tierärzten in der Regel nicht vorgenommen. Grund dafür ist, dass die Nickhautdrüse etwa 40 % der Tränenproduktion übernimmt, wodurch das Entfernen die Gefahr einer trockenen Bindehautentzündung oder chronischen Augenentzündung birgt. Stattdessen findet die sogenannte „Rafftechnik nach Moore“ Anwendung. Hierbei werden an der Innenseite der Nickhaut zwei 1 cm lange Schnitte ober- und unterhalb der Nickhautdrüse entlang des Nickhautrandes platziert und diese miteinander vernäht. Durch die Raffung wird die Drüse wieder an ihren ursprünglichen Platz gelegt, sodass Ihr Hund wieder eine einschränkungsfreie Sicht hat. Anschließend wird die Entzündung einige Tage mit einer antibiotischen Salbe behandelt. Die Prognose ist günstig, wenn der Vorfall leicht bis moderat ist sowie schnell Behandlung erfährt. Ein weiterer Vorfall an der anderen oder sogar derselben Drüse ist jedoch zukünftig immer noch möglich.

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