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Brachyzephalie


Hunde lassen sich anhand ihrer Kopfform in kurzköpfige Rassen (= brachyzephal; brachy = kurz, Cephalus = Kopf), langköpfige Rassen (= dolichozephal) und solche Rassen, die diesbezüglich eine Mittelstellung einnehmen (=mesozephal), unterscheiden.
  
Beim Tier ist die Brachyzephalie eine Folge gezielter Zucht. Durch Zuchtauslese ist es zu einer immer stärkeren Verkürzung des Schädels gekommen. Das Organ Nase ist in besonderem Maße betroffen. Die extreme Verkleinerung der Nasenhöhle führt dazu, dass kein Platz mehr für die darin vorhandenen Nasenmuscheln besteht. Man kann sich dies in etwa so vorstellen, als wolle man von einer 100m²-Wohnung in eine 30 m²-Wohnung ziehen und all seine Möbel (Nasenmuscheln) mitnehmen. Demzufolge ist in der Nasenhöhle kein Platz mehr. Die Nasenmuscheln verstopfen den Luftweg und wachsen in Räume, die eigentlich der Atemluft zur Verfügung stehen. 

 

Ein Brachyzephales Syndrom beim Hund entsteht durch ein zu langes oder schlaffes Gaumensegel, einen zu kleinen Rachenraum durch den verkürzten Kopf, zu enge Nasenlöcher und/oder zu enge Atemwege.
Auch sind häufig die Knorpel im Bereich des Kehlkopfs und der Luftröhre des betroffenen Hundes zu weich. Bei körperlicher Anstrengung können diese zusammenfallen. Die Symptome verstärken sich mit fortschreitendem Alter durch das schlaffer werdende Gewebe.
Das brachyzephale Syndrom beim Hund äußert sich durch laute, schnarchende Atemgeräusche, Japsen und Röcheln im Ruhezustand und im Schlaf, aber auch bei Aufregung oder körperlicher Anstrengung.
Die Atemschwierigkeiten kann man beobachten, da der Hund beim Atmen den Bauch einzieht, während der Brustkorb sich dehnt. Schwüles und heißes Wetter und Hecheln verstärken die Symptome.
Das kann auch einen Würgereiz und Erbrechen hervorrufen. Im Extremfall kann das brachyzephale Syndrom zu lebensbedrohlichen Erstickungsanfällen, einer Ohnmacht oder sogar zu einem Kollaps führen. Wird der Hund mit zu wenig Sauerstoff versorgt, kann es zur Zyanose kommen und Zunge und Schleimhäute laufen blau an. Bronchitis und eine Herzschwäche können Spätfolgen sein

Die Bulldogge zählt zu den brachyzephalen Hunden. Brachzephal ist eine Ableitung aus Brachys (kurz) und Zephalus (Kopf) und bedeutet nichts anderes als Kurzköpfigkeit bzw. Rundköpfigkeit.

Brachyzephal alleine steht also noch nicht in Zusammenhang mit einer Krankheit, sondern ist lediglich die Beschreibung einer Körperform. Wenn Züchter der Französischen Bulldoggen behaupten ihre Hunde wären nicht brachyzephal ist dies somit Blödsinn oder Unwissenheit. 

Ein brachyzephaler Hund wird nie so leistungsfähig sein, wie ein Hund mit mittellanger bis langer Nase.Dennoch muss der Bully in der Lage sein, in jeder Lebenslage seinen kleinen Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen und seine Körpertemperatur mit seiner Nase regulieren zu können

Man kann dem brachycephalem Syndrom durch sorgfältige Auswahl der Elterntiere vorbeugen. Eine kurze Nase alleine muss kein Grund für Atemnot sein. Die oft von Experten und Tierärzten geforderte lange Nase löst das Problem alleine leider nicht, denn die Ursache für das brachycephale Syndrom fängt viel weiter hinten im Rachenraum des Hundes an und ist von außen nicht sichtbar oder gar durch die Länge der Nasen oder Ausbildung der Nasenöffnungen auszuschließen. Dennoch sollte die Selektion auf gut ausgebildete Nasenöffnungen und einen deutlich zu erkennenden knöchernden Nasenansatz selbstverständlich sein.

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