© 2018 Französische Bulldoggen "Little Big's"

Hüftgelenkdysplasie der Französischen Bulldogge

 

Die Hüfgelenkdysplasie (HD) ist die häufigste Erbkrankheit des Skelettes der Hunde, sie betrifft alle Rassen und Mischlinge. Hier ist das Kugelgelenk, welches aus der Hüftpfanne (Acetabulum) und des Oberschenkelkopfes (Femurkopf) besteht, von dysplastischen Veränderungen betroffen, die sich im Laufe des Lebens durch Verschleiß verstärken und nicht heilbar sind. Die HD wird multifaktorell vererbt und ist trotz strenger Diagnose- und Selektionsmaßnahmen nur schwer kontrollierbar, da auch gesund ausgewertete Tiere Träger der Krankheit sein und diese vererben können.

 

Neben der genetischen Disposition spielen auch Einwirkungen aus Belastung und Fütterung eine geringfügige Rolle, die die pränatale Entwicklung des Hüftgelenks beeinflussen können. Hauptursächlich muss aber sicherlich die Erbanlage für die Lockerheit des Gelenkes gesehen werden. Ein genetisch HD-gesunder Hund wird durch unsachgemäße Ernährung und Bewegung als adulter Hund kaum zu schweren Deformationen neigen.

 

Die Rasse Französische Bulldogge ist wie der Mops und die Englische Bulldogge von der HD stark betroffen. Die Krankheit wird aber wegen ihrer „weichen“ Symptome, die bei dem kleinen, stark bemuskelten Hund erst bei hochgradigen Veränderungen auffällig werden, überwiegend ignoriert.

Viele Bullys zeigen bei stabiler Wirbelsäule in Verbund mit mittlerer HD keine deutlichen Anzeichen von Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen, da der Bully, anders als beispielsweise der Dobermann seine Fortbewegung hauptsächlich aus der Kraft der Vorderhand holt.

 

Es ist allerdings indiskutabel, Erbkrankheiten zu ignorieren, weil der kompakte, gut bemuskelte Hund die Deformationen relativ gut kompensieren kann.

Aber: Eine HD in Verbund mit Schwachstellen in der Wirbelsäule kann bereits im Junghundealter verheerende Folgen haben, da sich das Gangwerk durch Deformationen in der Hüfte automatisch auf einen anderen Schwerpunkt weiter vorne in der Wirbelsäule verlagert und vorhandene Schwachstellen ungünstig beeinflussen kann.

Die meisten Zuchtclubs fordern keine HD-Untersuchungen für die Zuchttauglichkeitsprüfung, so dass man sich lediglich auf wenige Veröffentlichungen von HD-Ergebnissen und eigene Auswertungen beziehen kann. Diese zeigen aber, dass eine einwandfreie HD-A beim Bully sehr selten ist. Der Durchschnitt befindet sich grob zwischen der Übergangsform (HD-B) bis hin zu mittlerer HD (HD-D).

 

Grundsätzliche Einteilung der HD-Graduierung in Europa:

Grad A = HD-frei

Grad B = HD Verdacht / Übergangsform

Grad C = HD leicht

Grad D = HD mittel

Grad E = HD schwer

Im Falle einer mittleren bis schweren HD-Erkrankung muss durch einen Fachtierarzt geklärt werden, welche Therapieform für den betroffenen Hund den größtmöglichen Erfolg auf Beschwerdefreiheit verspricht.

Hier ist die Bandbreite der Möglichkeiten hoch, angefangen über Physiotherapie mit Muskelaufbau, bis hin zu operativen Eingriffen wie Pektinektomie, evtl. verbunden mit einer Goldakkupunktur. Weitere chirurgische Eingriffe sind die Femurkopfresektion, DBO oder gar das Einsetzen von künstlichen Hüftgelenken, was bei Kleinhunden aber eher selten der Fall ist.

Bei der Pektinektomie wird der Musculus pectineus entfernt, um eine verbesserte Lage des Femurkopfes in der Gelenkpfanne zu erzielen. Dieser schonende Eingriff verspricht Erfolg, wenn das Gelenk nicht zu stark deformiert ist und es noch keine fortgeschrittenen Arthrosen gibt. Entgegen der allgemeinen Empfehlung kann diese OP-Methode auch bei einem älteren Bully zu einem gewünschten Erfolg führen, wenn der Muskel entfernt und nicht nur eingeschnitten wird und das Gelenk ggfls. noch durch Goldimplantate behandelt wird.

Durch die Akupunktur mit Goldimplantaten kann die Schmerzreaktion des Hundes gestoppt werden.

Diese beiden Möglichkeiten schließen bei Nichterfolg eine weitere Behandlung, wie beispielsweise, die der Femurkopfresektion nicht aus.

Bei der Femurkopfresektion wird der Oberschenkelkopf abgetrennt und entfernt, so dass sich an dessen Stelle ein bindegewebeartiges Ersatzgelenk bildet. Diese OP-Methode kann notwendig werden, wenn der Hüftgelenkskopf und die Hüftpfannen stark degeneriert und von fortschreitenden Arthrosen befallen sind. Nachteil dieser Operation sind aufwändige Physiotherapien, die folgen müssen.

DSC06078xx.JPG